Aus Online wird Print: „i like Blogs“ im public link-Test

Ein Magazin, das zu 99 Prozent aus Blog-Content besteht und eine bunte Sammlung an Inspiration verspricht? Das mussten wir als PR-Agentur, für die die Zusammenarbeit mit Bloggern fester Bestandteil der täglichen Arbeit ist, uns natürlich genauer anschauen und machten uns zwischen den Feiertagen an die Lektüre des neuen Blog-Magazins „i like Blogs“ aus dem Hause Burda.

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Zunächst klingt die Idee absurd: Warum sollte man für 4,80 EUR ein Magazin kaufen, dessen Inhalt fast komplett im Netz kostenlos nur einen Klick entfernt ist? Das Team von „i like blogs“ rund um Redaktionsleiterin Marion Winnen-Martin hat dafür zwei simple Begründungen: Zum einen stehen hinter jedem Blog Menschen, „denen es Freude bereitet, ihr Wissen, ihre Ideen mit uns zu teilen.“ Deshalb legen die Offenburger auch wert darauf, dass alle Blogger wie freie Autoren behandelt werden und ein Honorar für ihre abgedruckten Artikel bekommen. Zum anderen richtet sich, so die Redaktion, „i like Blogs“ an Menschen, die „von der Masse an Informationen da draußen manchmal überfordert sind und das Gefühl haben, etwas zu verpassen. Für sie haben wir schöne Blogs auf Papier gedruckt. Um so für einen Moment die Zeit anzuhalten.“

Auf den Punkt gebracht ist „i like Blogs“ also ein Titel von Menschen für Menschen, die im riesigen Netz der Möglichkeiten mit allein mehr als 900 Millionen Blogs nach Orientierung suchen. Das Magazin soll deswegen mundfertig und komprimiert auf 148 Seiten ausgewählte Blog-Perlen in fünf großen Kategorien darreichen.  Klingt vielversprechend! Auf zum Praxistest.

Der erste Blick auf das Cover von „i like Blogs“ ist leider enttäuschend: zu pink, zu verschnörkelt, zu langweilig. Zwar richtet sich das Magazin laut Verlag in erster Linie an urbane, internationale, moderne und neugierige Frauen, doch hat man mit dem rosarot verzierten Design des Umschlags eindeutig zu tief in die Klischeekiste gegriffen. Wer sich wagt, die Titelseite umzublättern, wird vom Innenteil jedoch positiv überrascht sein: Zwischen den pinkfarbenen Deckeln versteckt sich ein sehr geschmackvolles, schlichtes und schön anzusehendes Magazin, das von den vielen sorgsam auserlesenen und arrangierten Fotos und Geschichten lebt.

Was die Auswahl der Artikel angeht, bedient sich „i like blogs“ an einer Mischung aus bekannten und weniger bekannten, großen und kleinen, nationalen und internationalen Blogs. Klarer Fokus des Magazins liegt dabei auf den Themen Kinder und Nachhaltigkeit, die sich in den Beiträgen aller Kategorien – „Herz & Seele“, „Zucker & Salz“, „Kind & Kegel“, „Hier & Da“ sowie „Schein & Sein“ – wiederfinden. Sei es nun bei „Zucker & Salz“ in einem Rezept einer Yogalehrerin aus Köln für das ultimative vegane Sauerteigbrot, bei „Schein & Sein“ im Test einer Öko-Jeans zweier Modejournalistinnen aus München und Paris oder in der Anleitung für ein farbenfrohes Fliesenmosaik einer jungen Mutter aus Florida in der Kategorie „Kind & Kegel“.

Die Artikel wurden dabei teilweise komplett von den Blogs übernommen, teilweise aber auch leicht gekürzt abgedruckt. Von den internationalen Beiträgen findet man im Heft entweder Übersetzungen einzelner Artikel oder Porträts über den Blog und die Person dahinter. In Kombination mit den vielen Rezepten und DIY-Anleitungen, die das Magazin bietet, ist „i like Blogs“ somit eine bunte Mischung zu den Themen Lieben und Leben, Kochen, Reisen, Lesen und Selbermachen – und bietet dabei tatsächlich einiges an Inspiration.

Sicherlich zeigt „i like Blogs“ nur einen kleinen Auszug der vielschichtigen Blog-Landschaft, doch genau das ist auch Sinn der Sache: bei diesem Magazin geht es darum, sich jenseits des WWW bewusst und ohne Ablenkung mit ausgewählten Artikeln zu befassen. Den direkten Link zur Online-Welt verliert „i like Blogs“ übrigens trotzdem nicht: Ganz im Sinne der Crossmedialität ist jede Seite mit einem QR-Code versehen, der einen ganz flugs auf den entsprechenden Blog weiterleitet.