Freibaden in Berlin – „Nehmse mal ditt Kleinkind aus´m Becken“

Ja, ich weiß genau, was Ihr denkt: Warum sollte man im Freibad um einen Platz auf der Wiese kämpfen und in ein chlorverseuchtes Becken steigen, in dem nicht zwangsläufig nur Chlor schwimmt…?!
Allen Bedenken zum Trotz habe ich es getan! Vom Am-See-Gammeln hatte ich genug und entschloss mich, auf die Fahrt ins schöne Berliner Umland zu verzichten. Stattdessen besuchte ich nach Jahren wieder eines der charmanten Berliner Freibäder! Ok, meine Begleitung und ich lagen letztendlich in eine Ecke gedrängt im versteinerten Beckenbereich, und zwar unter den Lautsprechern, aus denen im 5-Minuten-Takt die Worte „Nehmse mal sofort ditt Kleinkind aus´m Schwimmerbecken!“ und „Nisch vom Beckenrand springen, Freundchen, sonst biste janz schnell draußen!“ hallten. Aber immerhin sorgten die zahlreichen Wasserbomben und Bauchklatscher der jugendlichen Badegäste für genügend Abkühlung – auch ohne den Gang zum Becken!
Und während des nur 10-minütigen Heimweges dachte ich mir: „Och, morgen gehste wieder. War doch gar nicht schlecht.“
Woran der Sinneswandel lag, keine Ahnung. Das muss die besondere Magie sein, die von solch einem Ort ausgeht. Oder doch ein leichter Sonnenstich?!
Wie auch immer: Ich war da und Ihr wisst nun, wo Ihr mich bei 30 Grad im Schatten findet…

Mehr zu Berliner Freibädern gibt es hier.

Damals, wie heute: Freibaden in Berlin (Bundesarchiv, 1969)

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